Aktionstag Wohnen-NRW-Tag am Freitag, 13.08.2021

hsk-news: Briloner „Arbeitskreis Armut und Flucht “ richtet den Fokus auf das Thema Wohnen

Ist Wohnen die soziale Frage der Zukunft?  Wird Wohnen zum Armutsrisiko? Fragen, mit denen sich eine trägerübergreifende Arbeitsgruppe aus Vertretern*innen der evangelischen Kirche Brilon, der Volkshochschule und dem Caritasverband Brilon e.V. auseinandersetzt. Anlässlich des Aktionstags Wohnen-NRW-Tag am Freitag, 13.08.2021, greift der Arbeitskreis das Thema auf. Ein Ziel ist es, die Versorgung mit ausreichend bezahlbaren Wohnraum für Bürger*innen in den Fokus zu rücken. In 2019 waren 47.000 Menschen in NRW ohne eigene Wohnung. Das heißt konkret, die Menschen waren obdachlos oder mussten bei Bekannten und Freunden unterkommen.

 

Der Arbeitskreis Armut beschäftigt sich schon lange mit dem Thema, da den Mitgliedern in ihren verschiedenen Rollen und Funktionen in ihrer täglichen Arbeit immer wieder Menschen begegnen, die von Wohnungsnot betroffen sind. Nicht nur in Ballungsräumen ist die Wohnsituation angespannt oder bezahlbare Wohnungen sind schwer zu finden. „Diese Problematik hat auch unseren ländlichen Raum erreicht“, sagen die Akteure. „In unserem Berufsalltag wird die Frage nach bezahlbaren Wohnraum immer häufiger gestellt. Dabei treffen steigende Mieten und Wohnungsknappheit nicht nur Menschen mit Transferleistungen, geringem Einkommen oder prekären Arbeitsverhältnissen. Längst ist das Thema auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch Berufsgruppen mit mittleren und regelmäßigen Einkommen spüren, dass bezahlbarer Wohnraum mittlerweile Mangelware ist und sie sich Wohnungen in den Kernstädten nicht leisten können. Hohe Wohnkosten stellen ein erhebliches Armutsrisiko dar, bestätigen auch Studien des Deutschen Caritasverbandes.

 

Im Herbst möchte die Arbeitsgruppe mit einer Veranstaltungsreihe die Bevölkerung einladen, sich intensiver mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Ziel ist, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren sowie Sprachrohr für die Menschen zu sein, die keine Lobby haben. „Es gibt Menschen, die kaum Chancen auf dem freien Wohnungsmarkt haben“, weiß das AG-Team. Durch die Veranstaltungsreihe soll für solidarisches Handeln geworben werden und Impulse für alternative Wohnformen für Familien, Alleinerziehende, Geflüchtete, Menschen mit Handicaps, Menschen mit geringem Einkommen gesetzt werden. Es braucht Konzepte, die sowohl die Interessen der Wohnungssuchenden als auch möglicher Wohnraumanbieter in den Blick nehmen.

 

„Eine Kernfrage wird sein, ob und in welchem Umfang  es potenzielle Auswirkungen durch die  Corona-Pandemie auf den Wohnungsmarkt geben wird, beispielsweise in Folge von Kurzarbeitergeld, Arbeitslosigkeit, Wegfall von Minijobs etwa in der Gastronomie,  ebenso wie die Steigerung der Baukosten“, so die Experten. Zum weiteren Fragenkatalog gehören Themen wie ressourcenschonendes Bauen mit Blick auf die Klimaveränderungen und Versiegelungen von Flächen. Einheitlicher Appell des Arbeitskreises Armut ist: „Gemeinsam möchten wir sozial, gerecht und klimafreundlich Wohnraum für alle schaffen.“

 

Info: Der Aktionstag Wohnen-NRW-Tag am Freitag, 13.08.2021

An diesem Tag steht die öffentliche Wohnbauförderung im Fokus. Was können die Kommunen, Institutionen, Unternehmen und die Bürger*innen tun, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen? Mehr Informationen und Anmeldung unter www.mhkbg.nrw/wohnenrw-tag

 

Quelle: Caritasverband Brilon e.V.

 

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